2-Tage-Pässe-Tour August 2001
Schon länger
hatten sich die beiden Tiger-Peiniger Wolfgang und Paco überlegt,
einige Pässe zu verunsichern. Ein letzter Anstoß kam von
Wolfgang Metzele´s Internetseite. An dieser Stelle herzlichen
Dank für die gute Beschreibung.

An einem Montag
im August gings los, um 6.45 Uhr war Wolfgang aus Rottweil pünktlich
hier (er hatte schon 70km hinter sich). dann gings los! Am Bodensee
entlang nach Lindau, nochmal getankt und Pickerl für die österreichische
Autobahn besorgt. Um Zeit für unser Vorhaben einzusparen, gings
auf der Autobahn bis Abfahrt Bludenz/Montafon. Über Schruns, Gaschurn
leicht ansteigend verläuft die gut zu fahrende Straße. Nach
Partenen wird die Maut für die Silvretta-Hochalpenstraße
entrichtet und die Strecke führt steil aufwärts. Wolfgang
geht`s recht flott an, Paco schraubt sich etwas gemächlicher Kehre
um Kehre hoch, Paco ist ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Noch
ein Stück weiter sind wir auf der Bielerhöhe. Bei einer Einkehr
gab es unsere erstes Frühstück. Während unserer Rast
fängt es ganz leicht zu regnen an. Dabei beobachten wir einen Mann,
der ganz interessiert unsere Tiger´s beäugt. Der stand bestimmt
zehn Minuten da und merkte, daß es offensichtlich Unterschiede
gibt, aber die herausfinden, das dauert eben!
Nach dem Frühstückchen
fuhren wir ins Paznauertal. In Galtür sah man so gut wie nichts
mehr von dem schrecklichen Unglück, fast alles wieder heile. Weiter
durch Fremdenverkehrsorte wie Ischgl Richtung Landeck.

Von Landeck
führt die Straße unspektakulär Richtung Reschenpass
und damit nach Italien. Nachdem wir am Reschenpass und am Reschensee
kurz pausieren, tigern wir bald weiter, denn so langsam meldet sich
der kleine Hunger.
Ein paar Kilometer
weiter haben wir dann in Mals recht gut zu Mittag gegessen. Da wir heute
noch einiges vor haben, fällt die Pause nicht allzulang aus

Kurz nach Mals
biegen wir rechts ab Richtung Schweiz. Wir nehmen den Umbrail in Angriff.
Auf sehr engen, schlecht geteerten Pass-Sträßchen tigern
wir aufwärts. Plötzlich verwandelt sich das schlechte Teersträßchen
in eine noch schlechtere Schotterpiste, nicht allzulange, ich denke,
es waren so drei oder vier Kilometer. Brav beißen sich unsere
Tiger´s durch den Schotter. Dann nur noch ein paar Kehren auf
wieder guter Straße und wir sind am Umbrail-Pass.

An den Umbrail-Pass
schließt gleich das Stilfser-Joch an. Das war der absolute
Höhepunkt unserer Reise, jedenfalls an Metern (2757m). Man sollte
gar nicht glauben, was da an einem ganz normalen Montag Biker unterwegs
sind!
Andenkenläden,
Gaststätten, Hotels, Würstchen-Stände, Bank - alles da!
Es riecht verdammt gut und die Magensäfte werden besonders aktiv,
aber wir beherrschen uns! Schließlich dauert es ja nicht mehr
allzulange, dann werden wir uns einem schönen Abendessen hingeben.
Die Abfahrt
gestaltet sich auf Grund vieler Baustellen und besonders geschickter
Autofahrer als besonders anstrengend, aber auch das schaffen wir natürlich,
zwar nicht so schnell wie ein Ducatisti, der ohne Rücksicht auf
Verluste und unseren Ruf nach unten donnert.

In dichtem Feierabendverkehr
tigern wir durch Tirol´s Obstgärten Richtung Meran. Durch
Kastelbell (schönes Kastell) haben wir bald unser Quartier kurz
vor Meran gefunden. Es ist ein sehr gepflegtes Hotel "Gasthaus
Hanswirt", mit Schwimmbad und allem drum und dran. Unser Tigers
fanden ein Plätzchen in der Tiefgarage. Nachdem die Zimmer bezogen
waren, verlangten wir nach Treibstoff. Das Bier zischte förmlich.
Nach einem ausgezeichneten
Essen gönnten wir uns noch eine Flasche Wein aus dem hauseigenen
Weinberg - es war wirklich ein hervorragendes Tröpfchen.
Bei anregendem
Gespräch ging es nicht nur um Bikes und gegen 23.00 Uhr waren wir
reif. Übertreiben wollten wir nicht, denn am nächsten Morgen
sollten wir wieder fit für neue Wege sein.

Nach einem ausgiebigen
Frühstück tigerten wir gegen 8.00 Uhr am zweiten Tag weiter.
Zuerst wollten wir nach Bozen. Ähnlich wie Wolfgang Metzele suchten
auch wir etwas, aber schließlich fanden wir doch den Weg ins wunderschöne
Sarntal. Die Strecke geht erstmal steil bergauf durch unzählige
schöne Galerias. Später geht es recht flach durchs Sarntal.
Hier haben wir nach fast 500km das erste Mal getankt. Wolfgangs Tiger
braucht knapp zwei Liter weniger auf die Tankfüllung wie Paco´s,
aber beide liegen zwischen 4 und 5 Liter pro 100 Km - das schaffen nicht
viele Mopeds!
Nach dem Ort
Pens (1450m) tigern wir weiter auf langen Strecken, die immer wieder
von schönen Spitzkehren unterbrochen werden. So geht´s kräftig
nach oben auf´s Penser-Joch (2211m).
Hier ist nicht
so viel los. Aber wir treffen hier drei "Kurvenkratzer", die
uns von Spitzkehren erzählen, bei denen sie sogar absteigen mussten
und das Motorrad um die Kehren schieben. Na ja!
So gings uns
nicht, wir kamen immer mit Motorkraft um die Kehren. Das freut den Wolfgang,
der eh ganz glücklich ist, daß auf unserer Pässe-Tour
sein seitliches Profil etwas mehr den mittleren 3mm angepasst wurde.
Die abwärts
führende Straße Richtung Sterzing ist zwar nicht die beste,
aber unsere Tiger´s fühlen sich recht wohl damit. Im Tal
unten erfolgt dann gleich der Hinweis auf den nächsten Pass, den

Jaufen-Pass.
Er ist auf 2094m. Eigentlich meldet sich schon wieder der kleine Hunger,
aber eisern wie wir sind, halten wir durch. Wir haben geplant, gegen
14.00 Uhr in Imst zu sein. Also weiter, bzw. wieder runter nach St.
Leonhardt. Aus dem Passeiertal wieder hoch zum

Timmelsjoch
(2500m). Die Auffahrt ist beeindruckend, aber ganz besonders
der lange Tunnel vor der Passhöhe, der recht düster und nass,
wie eine Tropfsteinhöhle, ist.
Kurz nach dem
Timmelsjoch beginnt wieder eine maudpflichtige Straße. Es geht
vorbei am höchsten Dort Europas, Obergurgl und weiter nach Sölden.
Plötzlich tigern unsere Bikes wie von selbst. Imst ist nicht mehr
weit, und da gibts ja was zu essen.
Es geht durchs
schöne Ötztal. Wir passieren Orte, wie Huben, Langenfeld und
Ötz.
Von Ötz
sind es nur noch ein paar Kilometer nach Imst. Vor wir unseren vorletzten
Pass fahren, kehren wir noch ein. Es ist 13.30 Uhr, also unse Planung
hat funktioniert.

Der Hirschen
in Imst ist das Lokal unserer Wahl. Paco kennt es von der Vatertagstour,
wo ihm ein gerissener Kupplungszug eine unfreiwillige Übernachtung
einbrachte.
Wir wählten
beide ein Bikersteak mit Treibstoff. Es war sehr gut - fast kann man
aus dem Bild erahnen, wie gut es war - aber es war noch besser!
Der Wolfgang
war so fertig, der brauchte noch zusätzliche Stärkung.

Nach dieser
Stärkung fuhren wir noch über das Hahntennjoch (1903m),
diesemal von der anderen Seite.

Zu guter letzt
war der Hochtannberg-Pass (1675m) der richtige zum Tagesausklang.

Wir sind an
diesen beiden Tagen von Lindau aus gerechnet etwa 900km gefahren und
empfanden des absolut nicht stressig. Unsere Bikes sind wie geschaffen
für eine solche Tour.
