Mont Blanc Canyon du Verdon
Mai 2004:
Lange
will ich schon an den Mont Blanc, immer ist was dazwischen gekommen,
jetzt war´s endlich soweit. Wir wollten schon früher starten,
aber beweglich wie wir sind, haben wir die Tour Woche um Woche verschoben,
weil - immer Regen. Wir sind Camillo (auf Susi GSX600F), mein Sohn Manuel
(auf Susi Bandit 1200S) und meine Wenigkeit (na was schon!). Start also
Sonntag, der 23.05.04, 6.00 morgens am Bodensee.

Das
Wetter war ok, noch ein bißchen kalt, so gings zunächst über
die Schweizer (jawohl, trotz allem!) Grenze, Schaffhausen, Zürich
(dazwischen gabs mal Frühstück), Bern, Lausanne. Danach wurde
es erst interessant. Denn kurz nach Lausanne begann unsere eigentliche
Tour.

Nach
Lausanne fanden wir an einer Tankstelle die ersten Hinweise auf offene
und geschlossene Pässe. Sch...ade, der Col du Iseran war dicht!
Nach einer weiteren Brotzeit gings ab in die Berge!

Nach
Martigny verlassen
wir die Autobahn und schon geht´s über den ersten, kleineren
Pass, den Col de la Forclaz (1526m). Danach haben wir die Schweiz
geschafft (ohne Strafzettel).

In
Frankreich der erste Pass ist der Col des Montets (1461m). Von
hier aus sieht man wunderschön auf das Mont Blanc-Massiv

Unvergesslich
ist der Anblick aufs Mont Blanc-Massiv. Die N 506 führt
dann weiter nach Chamonix, das bekannte Bergdorf mit viel Fremdenverkehr,
jetzt aber absolut ruhig. Hier tanken wir alle. Gleich hinter Chamonix
gehts links Richtung Megéve.

Von
Megéve gehts bergan auf den Col de Saisis (1633m), ein
typischer Winter-Fremdenverkehrsort. Alles ausgestorben hier. Wir machen
wieder eine kleine Pause und Paco´s letzte Stulle muß dran
glauben.

Die
Vegetation hier oben ist noch weit zurück. Hier blüht gerade
mal der Huflattich und

die
Pestwurz.
Schöne
Kurven, teilweise in dichtem Nebel, weiter oben wieder herrlicher Sonnenschein
führen uns zum Cormet de Roselend auf 1968m. Dann plötzlich
der Hinweis, obwohl der Pass als offen galt, "Route fermée".
Mist, aber wir fahren trotzdem weiter und.......

.....
haben Glück. So sah es da oben aus, einspurig war frei.
Paco war natürlich der frechste, der trotz gesperrt, einfach weiterfuhr.

Manuel
und Camillo kamen schließlich auch noch an. Hier schöpften
wir Hoffnung, daß u.U. der Col de Iseran auch offen sein könnte.
Auf dem Weg nach Bourg-St.Maurice fragten wir einen einheimischen Biker,
ob der Iseran offen sei. Nix war´s!

Also
planten wir um und fuhren über Mouthiers Richtung Col de la
Madeleine (1993m), vielleicht war der offen? Unten wieder der Hinweis,
geschlossen. Aber ging ja schon mal gut, vielleicht klappts wieder!
Alles hinauf, sah gut aus! Wir sahen den Pass schon und plötzlich:
Schneedecke und mit Geröll verschüttete Passstraße.
An ein weiterkommen mit Motorrad war nicht zu denken. Kommando zurück,
schön wars trotzdem!
Ein
Stück weiter unten gabs dann einen Kaffee zur Stärkung, es
war bestimmt schon nachmittags drei Uhr geworden.
Im
Cafe schauten wir unsere Bilder an und stellten fest, daß wir
schon ein gewaltiges Wegstück geschafft hatten.
Da
der Madeleine gesperrt war, mussten wir nach Albertville und
dann südlich Richtung nach

Hier
suchten wir ein Hotel. Nach der Besichtigung einiger Hotels fanden wir
mit dem Hotel St-Georges ein neu renoviertes Hotel mit wirklich hübschen
Zimmern (Preis fürs EZ 39 Euro, DZ 52 Euro).

Am
Abend sind wir dann nach Stadtbesichtigung im Le p`tit Bouchon eingekehrt.
Das Lokal sah sehr gut aus und die freundlich grüßende Bedienung
lud ein. Manuel und Camillo haben gut gewählt, sie aßen Entrecóte.
Paco wollte was besonders deftiges und wählten "Pied de porc.
Pie=Fuß, porc= Schwein, also war das für Paco eine Schweinshaxe.
Erwartungsvoll saß er da, die Enttäuschung über den
Schweinfuß war so groß, daß er das Foto vergaß.
Es war der Huf mit einem Stückchen Fuß dran. Na ja, nach
der ersten Enttäuschung schmeckte es ja ganz gut, danach gabs noch
drei Käseplatten. Das ganze kostete dann die Kleinigkeit von 76
Euros. Was solls, macht man ja nicht jeden Tag und billiger, wie ein
Schweizer Strafzettel.
Danach
gings dann noch in ne Bar. Jeder zischte zum Ausklang des Tage noch
zwei Halbe und dann war´s Zeit für die Heia!

2.
Tag
Nach
dem Frühstück fuhren zunächst Richtung Col du Telegraph
(1570m ). Wir halten uns hier nicht lange auf. Es geht gleich weiter
Richtung Col du Galibier (2642m).
Unterhalb
des Passes entstand nebenstehendes Bild, geschossen von einer freundlichen
Holländerin.
Auf
der Abfahrt vom Galibier sahen wir mehrfach Murmeltiere und zwar ganz
schön fette Exemplare. So nah hab ich die in freier Wildbahn noch
nie gesehen, putzig!

Weiter
fuhren wir Richtung Briancon und Embrun. Hier deckten
wir uns in einem Lebensmittelmarkt für Mittag ein.

Am
Lac de Serre-Poncon gabs dann unsere Mittagstafel in freier Natur.

Geschwächt
durchs umfangreiche Essen (normal gäbs jetzt nen Mittagsschlaf)
gehts weiter entlang des Lac de Serre Poncon. Bei Savines le Lac
gehts über den schönen See. Vor Gap biegen wir links ab Richtung
Sisteron und fahren auf der Route Napoleon bis an einen Kreisverkehr
kurz vor Sisteron.

Hier
fahren wir an der 2. Ausfahrt aus Richtung Authon und Col de Fontbelle.
Diesen Tipp haben wir von Heike (danke Heike, war super!) Auf wirklich
kleinen Sträßchen zum Pass, der immerhin noch 1304m hoch
ist. Dort oben gab´s ne kleine Erfrischung an einem Brunnen. Eigentlich
steht da: "EAU NON CONTROLEE" -
hat aber trotzdem wunderbar erfrischt und geschmeckt.

Über
Digne les Bains
fuhren wir dann eine Superstrecke, die N85 Richtung Barréme.
Tolle, langgezogene Kurven laden ein, die Kanäle wieder richtig
durch zu putzen. Kurz vor Castellane gehts noch über den
Col des Leques mit 1148m. Wir kommen langsam Richtung Mittelmeer, die
Berge werden merklich niederer. Ein weiteres Highligth erwartet uns
heute noch, der Grand Canyon du Verdon.
Nach
einem Wachmachkaffee entschließen wir uns, die Rundfahrt um den
Canyon entgegen der üblichen Fahrtrichtung zu beginnen. Wir fahren
also links Richtung Trigance und Ortsende gleich rechts Richtung Alguines.
Die
Straße ist nicht besonders gut aber dafür die Aussicht!

Auf
eine Länge von ca. 40km sieht man solche Bilder. Es ist wirklich
sehr beeindruckend. Jetzt kann ich auch verstehen, warum viel so begeistert
von dieser Gegend schwärmen.
Die
Straßen sind schön kurvig, aber der Teerbelag könnte
besser sein, wobei man hier wirklich so begeistert von der Gegend ist,
daß man gar nicht ans brettern denkt.
Schon
von Weitem kann man den Lac de Ste-Croix sehen. Es ist Spätnachmittag
und wir denken an die Hotelsuche. Eindrucksvoll schickt die Sonne strahlen
durch dichtere Wolken auf den See, sieht sehr schön aus. Ganz kurz
hats leicht getröpfelt.
Unsere
Hotelsuche führt uns nach Moustiers Ste-Marie. Dort werden
wir auch schnell fündig.

Unser
Hotel heisst "La Bonne Auberge". Preise Einzelzimmer
49 Euro, Doppelzimmer 62 Euro. War soweit alles ok, Zimmer sauber und
das Essen - seht selbst:

Males Pizza

Camillo
und Paco wählten die gleiche
Nach
dem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatte, wären wir eigentlich
bettreif, aber nein, Camillo wollte noch einen Verdauungsspaziergang
machen. Also Ortserkundung in Birkenstock!
Wir
beschließen, am nächsten Morgen gleich um 6.00 loszufahren,
denn das Programm für diesen letzten Tag sollte riesig sein!
Also
guts Nächtle!

3.
Tag
Nächster
Morgen, Start wie verabredet 6.00 Uhr, alle da, keiner muss warten,
so machts Spaß!

bleibende
Eindrücke

Zurück
in Castellane frühstücken wir in einer Bar. Interessant, wie
sich hier die Einheimischen vor der Arbeit zum Kaffee treffen, da ist
richtig was los.
Nachdem
wir alle in Castellane getankt haben, gehts los Richtung Grasse.
Auf dem Wege überqueren wir noch den vier Pässe und dann die
Stadt der Parfumeure, Grasse.
Eindrucksvoll
hier, wohlriechende Düfte trotz dichtem Verkehr.
In
einer Parfümerie mitten in der City haben wir für unseren
daheim gebliebenen Mitbringsel besorgt (kam übrigens gut an!).

Weiter
gings Richtung Nizza, hier war nichts besonders erwähnenswert.
Von Nizza fuhren wir bis zur italienischen Grenze im dichten Stadtverkehr.
Erst in Menton gings dann schnurstracks auf der Autobahn bis Genua.
Leider, muss ich sagen! Aber der Camillo musste dringend nach Hause
und auch Manuel wollte wieder zu Frau und Kindern (also die jungen Leute!).
Kurz
vor Milano sind wir in einer Raststätte eingekehrt (hätten
wir besser bleiben lassen), der Hunger triebs halt rein.
Wir
fuhren weiter Richtung Bernardino, der Pass war zu (hätten
aber eh keine Lust mehr gehabt), also durch die Röhre und weiter
auf dem schnellsten Weg nur noch heim. Gegen 20.30 Uhr haben wir auch
diesen letzten Tag geschafft (so kann man wirklich sagen!).
Durchschnittlich
sind wir pro Tag 700km gefahren. Das Wetter war durchwegs schön.
Die
Truppe war super, hat alles gut gepasst - von mir aus gerne wieder!